21.05.2026 –, Zeitkapsel
Humsera Shows ist ein Format für Freie Improvisierte Musik, das aus dem Wunsch heraus initiiert wurde, dieser Form des Musizierens einen festen Platz in einer Stadt zu geben, in der sie bisher kaum präsent ist. Die Reihe versteht sich als Beitrag zur Sichtbarkeit und Förderung improvisierter Musik und bietet eine Plattform für den Austausch von Musiker:innen aus der Region mit Bamberg als Hotspot und Gästen aus anderen Städten – offen für Begegnung, kollektives Spiel und klangliche Experimente.
Humsera Shows ist als fortlaufende und offene Konzertreihe gedacht, die in jedem Monat neue Gäste präsentiert. Zur Sichtbarkeit Freier Improvisierter Musik gehört es wesentlich, dass sie nicht allein im Kreis von Eingeweihten stattfindet, sondern auch Menschen außerhalb der Szene begegnen kann – an Orten, die Teil des alltäglichen Stadtlebens sind. Aus diesem Grund finden die Humsera Shows bewusst im Zentrum der Bamberger Innenstadt statt. So entsteht ein Format, das Live-Musik der anderen Art in der Innenstadt erlebbar macht und Teil des kulturellen Lebens Bambergs wird.
Ein weiteres zentrales Anliegen der Reihe ist Inklusion.
Auf ein festgelegtes Eintrittsgeld wird daher verzichtet, um allen Interessierten den Zugang zu den Konzerten zu ermöglichen.
Kultur soll frei erfahrbar sein und sich an ein breites Publikum richten – unabhängig von sozialen oder
finanziellen Voraussetzungen.
Die Offenheit der Reihe spiegelt sich auch in ihrer künstlerischen Ausrichtung wider:
Improvisierte Musik überschreitet Genregrenzen, verbindet Einflüsse unterschiedlichster Art und entzieht sich festen Zuschreibungen.
Damit richtet sich das Format an alle, die neugierig auf ungewohnte Klangwelten sind und Lust auf ein
Hörerlebnis jenseits des Vertrauten haben.
Neue Improvisationsmusik
Steve Landgraf (geb. Kastner) ist ein in Bamberg geborener Gitarrist und Musiker. Er begann autodidaktisch Gitarre zu spielen und beteiligte sich an ersten musikalischen Projekten. In seiner frühen Kindheit von Country-Musik geprägt, entdeckte er während seiner Jugend die Welt des Punk, bevor er schließlich auf Umwegen zum Jazz fand und sich dazu entschloss, seine Leidenschaft für Musik intensiver zu verfolgen. Um seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln, suchte er verschiedene Gitarrenlehrer auf und nahm Privatstunden bei ihnen. Die Begegnung mit verschiedenen Musiker:innen führte dazu, dass er sich entschloss, eine Karriere an einer Musikhochschule anzustreben.
Im Jahr 2016 begann Steve Landgraf sein Studium der Elementaren Musikpädagogik mit dem künstlerischen Beifach Jazz-Gitarre bei Prof. Barbara Metzger, Prof. Michael Forster, Michael Arlt und Axel Hagen. Zwischen 2019 und 2021 studierte er zusätzlich Jazz-Gitarre künstlerisch.
Im Jahr 2020 schloss er sein Studium der Elementaren Musikpädagogik erfolgreich ab.
Während seines Erststudiums war Steve Landgraf von 2018 bis 2021 Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Steve Landgraf arbeitet an verschiedenen musikalischen Projekten, die sich auf Jazz, freie Improvisation, experimentelle Musik, Folk und Old-Time Music konzentrieren. Neben Gitarre spielt er auch Banjo. Unter seiner Leitung produzierte er mit dem Gitarristen Max Koch und der Sängerin Sophia Lefeber ein eigenes Album, das im August 2022 aufgenommen und am 15. März 2024 unter dem Titel "Landgraf/Lefeber/Koch Restless Response" bei Unit Records veröffentlicht wurde.
Bassist – Komponist – Improvisator
Alex Bayers musikalischer Werdegang ist geprägt von Entdeckung, Kreativität und einer tiefen Verbindung zum Klang. Bereits in seiner frühen Kindheit, als er sich weigerte, Blockflöte zu lernen, bis hin zur Entdeckung der Musik von John Coltrane, Friedemann Graeff und Dave Brubeck in der Vinylsammlung seines älteren Bruders, fühlte sich Alex von der Lebendigkeit der New Yorker Downtown-Szene angezogen. Als Autodidakt am Bass sog er alles rund um Musik wie ein Schwamm auf und legte damit den Grundstein für eine Vision, die von Freiheit, emotionalem Ausdruck und dem Wunsch nach essenziellen Asymmetrien in musikalischer Kommunikation getragen wird.
Ein entscheidender Moment in seiner Entwicklung war das Studium bei Professor Rudi Engel an der Hochschule für Musik Nürnberg, wo er sein Verständnis für Kontrabass-Technik und improvisatorische Sprache vertiefte und zugleich seine eigene Stimme als Musiker und Komponist festigte.
Sein Weg als Komponist und Bandleader begann 2008 mit der Gründung von Pentelho, einem Projekt, das ungerade Taktarten, Free Jazz und schöne Melodien miteinander verband. Das Debütalbum von 2011 führte dazu, dass ihn der Bayerische Rundfunk als die „bayerische Antwort auf Charles Mingus“ bezeichnete. Seine darauffolgenden Alben ZODIAC (2019) und RADAR (2022) präsentierten eine eigenständige kompositorische Handschrift, die Genregrenzen überschreitet. Mit der Veröffentlichung von A Slight Change of Plans erkundet Alex nun weiterhin neue musikalische Horizonte – gemeinsam mit einem Quartett, das dynamisches Zusammenspiel und tiefe emotionale Resonanz vereint.
Als gefragter Sideman spielte Alex in einer Vielzahl unterschiedlicher Projekte, darunter das Volker Heuken Sextet, BADWILL, Claudia Döffingers Torso Ventuno Big Band sowie das Barock-/Improvisations-Crossover-Projekt Orpheus has just left the Building.
Außerdem ist er Gründungsmitglied des Creative-Music-Kollektivs Metropolmusik. Mit zahlreichen internationalen Auftritten und Kooperationen stand Alex bereits mit renommierten Künstlern wie Loren Stillman, Jim Black und Nils Wogram sowie vielen weiteren auf der Bühne.
Ob als Leiter seiner eigenen Ensembles oder als Sideman – Alex Bayers Arbeit bleibt eine furchtlose und kreative Erforschung von Klang, die die Grenzen von Jazz und improvisierter Musik immer weiter auslotet.
Luna Burkert ist Flötistin und Elementare Musikpädagogin mit einem besonderen Schwerpunkt auf interaktiven, partizipativen und genreübergreifenden Musikformaten. Ihre künstlerisch-pädagogische Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Performance, Elementarer Musikpraxis und -vermittlung und sozialer Teilhabe. Aktuell unterrichtet sie an der Musikschule Fürth.
Paul Laga begann im Jahr 2019 sein Studium im Bereich Jazz-Mallets an der Hochschule für Musik Nürnberg bei Roland Neffe. Seit 2020 veröffentlichte er mit der Band „Appaloosa“ mehrere Veröffentlichungen im Bereich des Creative Jazz, spielte auf zahlreichen Festivals und Konzerten und gewann Preise wie den internationalen „Next Generation“-Preis des „Woman in Jazz“-Festivals 2023.
Mit dem Projekt „Silberwort Ensemble“, in dem er mit drei Sängerinnen auftritt, konnte Laga zuletzt beim NUEJAZZ-Wettbewerb 2025 einen Preis gewinnen. 2024 stellte er auch sein eigenes Quartett im Rahmen des Festivals „Nürnberg Pop“ vor. Im Bereich der Neuen Musik trat Paul Laga u. a. als Solist in Jochen Neuraths interdisziplinärem Musiktheater „Felix in Media“ auf.
