2026-05-23 –, Zeitkapsel
Knapp sechs Stunden lang verlieh der "Demarginalisator 3001" den unsichtbaren Höhen und Tiefen des Festivals eine Stimme. Anonym und radikal ehrlich. Jetzt passiert der große Festival-Leak.
Muten wir uns das Ergebnis zu? Um 19:30 Uhr spuckt ein Drucker live vor uns aus, was in der Dunkelkammer radikaler Ehrlichkeit entstanden ist: Der Journalist und Unlearning-Forscher Selmar Schülein präsentiert die Texte seiner Schreibung - unzensiert und ungeschönt. Keine Lesung mit Wasserglas und Stillsitzen, sondern ein anonymes Gemeinschaftsporträt aus unsichtbaren Festival-Realitäten.
Ein Leak gegen das Wegsehen.
Ein Text wie ein Glitch in der Matrix, die einmal kurz transparent wird.
Eine Stunde Lauschen, nach der das Festival vielleicht anders neben sich sitzen wird.
Was wurde auf diesem Festival erlebt, aber nicht ausgesprochen? Welche Blicke blieben hängen? Wo wurden Grenzen überschritten? Wo jemand nicht mitgemeint? Und wo ist das Gegenteil passiert: ein Moment echter Teilhabe, ein Riss in alten Muster, ein kurzer Atemzug von Utopie?
Im Anschluss:
Q&A über diese weltweit einzigartige Performance-Kunst als Live-Sozialexperiment, kollektives Unlearning und die Frage, was eine Festivalgemeinschaft aushält, wenn sie sich selbst zuhört.
Begleitet wird die Präsentation von Ambient-Klängen eines marginalisierten russischen Künstlers, der anonym bleiben möchte und dessen Werke derzeit in seiner Heimat nicht aufgeführt werden dürfen.
Selmar verfasst seine Doktorarbeit zu kollektivem Unlearning in der allgemeinen Erziehungswissenschaft und schreibt als freier Journalist für ZEIT, SZ, taz und fluter.
